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KI im Fremdsprachenunterricht
Zusammenfassung
Regina Schulz verbindet Fremdsprachenlernen mit Global Digital Citizenship. Am Beispiel von Kartenprojektionen zeigt sie, wie digitale Systeme und Sprachmodelle westlich geprägte Perspektiven reproduzieren können. Fremdsprachenunterricht soll deshalb nicht nur Sprachfertigkeiten vermitteln, sondern Perspektivwechsel, kritisches Denken, Selbstwirksamkeit und verantwortliche Mitgestaltung fördern. KI wird dabei je nach Lernziel als Gegenstand, Werkzeug oder bewusst nicht eingesetztes Medium betrachtet; die menschliche Kontrolle und ethische Abwägung bleiben zentral.
Melinda Veggian konkretisiert diesen Ansatz in einer deutsch-italienischen Schreibaufgabe zum Vergleich von Schulsystemen. Lernende entwickeln zunächst Wortfelder, prüfen und erweitern sie mit generativer KI und verhandeln die Ergebnisse anschließend mit ihren Tandempartner:innen. Weitere Schritte verbinden Recherche, Textentwurf, individuelles KI-Feedback und eine Schreibkonferenz. Die beiden „Sparringspartner“ ergänzen sich: KI kann strukturiertes inhaltliches Feedback, Übersetzung, Vorlesefunktion und einfache Sprache bereitstellen, während das internationale Tandem sprachliche Feinheiten, Erfahrungswissen und echte Kommunikation einbringt. Das vorgestellte OECD-Rahmenmodell erweitert diese Praxis um Kompetenzen zum Interagieren, Gestalten, Steuern und Entwickeln von KI.
Takeaways
- KI-generierte Darstellungen müssen auf Perspektiven, Auslassungen und Verzerrungen geprüft werden.
- Internationales Tandemlernen gibt dem KI-Einsatz einen authentischen Kommunikationsanlass.
- Schreibprozesse profitieren von mehreren Feedbackschleifen statt von einer einmaligen Textgenerierung.
- KI und Peer-Feedback haben unterschiedliche Stärken und sollten gezielt kombiniert werden.
- Wissen, Haltung und ethische Urteilsfähigkeit bleiben Bestandteile von KI-Kompetenz.