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Dr. Elisabeth Bracker da Ponte & Dr. Sandra Hestermann: KI im Klassenzimmer - Entlastung für Lehrkräfte, Lernerfolg für Lernende
Zusammenfassung
Elisabeth Bracker da Ponte und Sandra Hestermann erläutern, wie Cornelsen KI-Angebote ausgehend von Unterrichtsforschung und Rückmeldungen von Lehrkräften entwickelt. Wiederkehrende Erwartungen sind Vertrauen und Rechtssicherheit, didaktische Qualität sowie ein enger Bezug zu Lehrwerken, ihrer Progression und Aufgabenlogik. Daraus leitet der Verlag vier Leitplanken ab: Anwendungen müssen zur realen Schulpraxis passen, Lehrkräfte bleiben die pädagogische Entscheidungsinstanz, Lernende sollen aktiv statt zu Empfänger:innen fertiger Lösungen werden, und der Einsatz soll verantwortungsvoll sowie chancengerecht erfolgen. KI wird damit als unterstützender „Copilot“ verstanden, nicht als automatischer Ersatz für professionelles Urteil.
Am Beispiel eines neu gestarteten Feedback-Assistenten zeigen die Referentinnen, wie diese Grundsätze in einen Entwicklungsprozess übersetzt werden. Das Werkzeug soll zeitintensive Routineanteile bei Korrektur und Rückmeldung reduzieren und zugleich aufgabenbezogenes Feedback ermöglichen. Ausgangspunkt sind eine klar formulierte Aufgabe und ein von der Lehrkraft anpassbarer Erwartungshorizont; ohne beides erzeugt das System keine Auswertung. Nach dem Hochladen von Arbeiten liefert es unter anderem Fehlerschwerpunkte, einen Abgleich mit den Kriterien und Vorschläge für Feedback und nächste Lernschritte. Sämtliche Rückmeldungen bleiben editierbar, eine Benotung nimmt ausschließlich die Lehrkraft vor. Die frühe Beta-Phase dient zugleich dazu, Nutzungserfahrungen und offene Forschungsfragen gemeinsam mit Lehrkräften zu untersuchen.
Takeaways
- Lehrwerksbezug allein genügt nicht: Aufgaben und Rückmeldungen müssen zugleich didaktisch tragfähig sein.
- Ein präziser Erwartungshorizont ist Qualitätsanker und Voraussetzung für kriterienbezogene KI-Unterstützung.
- Der Assistent soll Fehlerschwerpunkte und konkrete nächste Schritte sichtbar machen, statt lediglich eine „Fehlerwüste“ zu produzieren.
- KI-Ausgaben sind Vorschläge; Lehrkräfte prüfen, verändern und verantworten das Feedback sowie jede Bewertung.
- Entlastung ist kein Selbstzweck, sondern soll Zeit für Lernbegleitung, Förderung und Beziehungsarbeit schaffen.