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Selbstreguliertes Lernen und KI: erste Gedanken
Zusammenfassung
Prof. Ferdinand Stebner erklärt selbstreguliertes Lernen als bewusste Steuerung des eigenen Lernprozesses: Lernende setzen Ziele, wählen passende Strategien, beobachten und bewerten ihr Vorgehen und berücksichtigen innere wie äußere Bedingungen. Er grenzt diese Kompetenz ausdrücklich von offenem oder freiem Lernen ab. Sie wird in angeleiteten ebenso wie in offenen Formaten benötigt und sollte auch jüngeren oder leistungsschwächeren Lernenden vermittelt werden. Einzelne „Lernen lernen“-Trainings reichen nach den vorgestellten Befunden nicht aus; Strategiewissen muss direkt aufgebaut, anschließend in Fächern wiederholt angewendet und beim Transfer unterstützt werden.
Für KI sieht Stebner mehrere konkrete Rollen: Sie kann aus einem Lernziel passende Vorgehensziele ableiten helfen, bei der Suche nach Ursachen eines Lernproblems und geeigneten Strategien unterstützen, die Qualität einer Strategieanwendung begleiten, an Übertragungsmöglichkeiten erinnern und Reflexionen aus einem Lernprozess für den nächsten nutzbar machen. Umgekehrt braucht der verantwortliche Umgang mit KI selbst Regulation und Aufmerksamkeit. Stebner warnt deshalb vor einer rein technischen Optimierungslogik: Permanente Selbstbeobachtung kann sinnliches Erleben verdrängen. KI und Selbstregulation seien nur dann sinnvoll, wenn sie in ein pädagogisches Konzept eingebettet sind, das Lernen, Gesundheit und persönliche Entwicklung gemeinsam berücksichtigt.
Takeaways
- Selbstreguliertes Lernen ist eine fachübergreifende Lernkompetenz, kein Synonym für offenen Unterricht.
- Lernstrategien wirken nur, wenn Lernende wissen, wann, warum und wie sie diese qualitativ gut einsetzen.
- Direkte Strategieinstruktion braucht wiederholte Anwendung und Transferhilfen in unterschiedlichen Fächern.
- KI kann individuelle Lernspuren auswerten und Unterstützung anbieten, die eine Lehrkraft nicht gleichzeitig für eine ganze Klasse leisten kann.
- Reflexion ist kein Selbstzweck; entscheidend bleibt, welche Form der Unterstützung pädagogisch und gesundheitlich sinnvoll ist.