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Prof. Dr. Olaf Köller: Datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung mit KI
Zusammenfassung
Prof. Dr. Olaf Köller stellt zentrale Empfehlungen des SWK-Gutachtens zur datenbasierten Steuerung und Entwicklung von Schulen vor. Er ordnet die Instrumente nach ihren Adressaten: Lehrkräfte sollen Daten für diagnosegeleitete Förderung und Unterrichtsentwicklung nutzen, Schulleitungen für Schulentwicklungsprozesse, die Schulaufsicht für Entwicklungsdialoge und Zielvereinbarungen. Auch Eltern, multiprofessionelle Teams und die Bildungspolitik benötigen jeweils verständlich aufbereitete Informationen. Neben Leistungsdaten plädiert das Gutachten für Merkmale wie Wohlbefinden und soziale Eingebundenheit; zugleich warnt Köller davor, deren Aussagekraft zu überschätzen, weil Unterschiede hier deutlich weniger stark zwischen Schulen variieren als bei fachlichen Leistungen.
Besonderes Gewicht legt der Vortrag auf lernprozessbegleitende Diagnostik. Punktuelle Vergleichsarbeiten wie VERA bleiben sinnvoll, reichen aber für unmittelbare Förderung nicht aus. Digitale Lernumgebungen, Learning Analytics und intelligente tutorielle Systeme können während des Lernens Rückmeldungen und Hilfen geben. Voraussetzung dafür sind eine tragfähige technische Infrastruktur, verständliche Dashboards und vor allem die Professionalisierung von Lehrkräften, Schulleitungen und Schulaufsicht im Umgang mit Daten. Auch Berichte aus dem Systemmonitoring sollten kürzer, adressatengerechter und stärker auf konkrete Maßnahmen ausgerichtet werden.
Takeaways
- Daten sollen nicht der Sanktionierung, sondern der gezielten Förderung sowie der Unterrichts- und Schulentwicklung dienen.
- Lernprozessbegleitende Diagnose liefert zeitnähere Hilfen als einzelne jährliche Lernstandserhebungen.
- Das Gutachten empfiehlt zusätzliche und besser aufeinander abgestimmte Erhebungen von der Grundschule bis zum Ende der Sekundarstufe I.
- Nichtkognitive Merkmale sind relevant, müssen wegen starker außerschulischer Einflüsse aber vorsichtig interpretiert werden.
- Ohne digitale Infrastruktur, verständliche Rückmeldungen und systematische Qualifizierung bleibt Datennutzung Stückwerk.