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Dr. Lea Schulz & Friedo Scharf - KI und Inklusion
Zusammenfassung
Lea Schulz und Friedo Scharf diskutieren KI nicht als technische Lösung für Inklusion, sondern als Werkzeug innerhalb einer inklusiven Pädagogik. Schulz unterscheidet beim „AI Divide“ zwischen Zugang, kompetenter Nutzung und den daraus entstehenden Bildungschancen; hinzu kommen Verzerrungen in Trainingsdaten und die mangelnde Repräsentation von Minderheiten. Deshalb müsse KI-Kompetenz früh und für alle aufgebaut werden. An Beispielen aus Grundschule und Sekundarstufe zeigt sie, wie Kinder KI-Bilder hinterfragen, über sensible Daten diskutieren oder mit einem selbst trainierten Bilderkennungsmodell nachvollziehen können, warum fehlende Daten zu falschen Zuordnungen führen.
Beide sehen Potenziale in Übersetzung, barriereärmeren Darstellungen, differenzierten Materialien, formativer Rückmeldung und dialogischen Assistenten, die Lernende durch Fragen statt fertiger Lösungen unterstützen. Solche Hilfen können Lehrkräfte entlasten und mehr Zeit für Beziehung, Coaching und individuelle Begleitung schaffen. Voraussetzung sind jedoch pädagogisches Fachwissen, kritische Prüfung und fortlaufende Reflexion: Allgemeine Sprachmodelle reproduzieren gerade bei Behinderung und Förderbedarf weiterhin Stereotype. Inklusive Lernumgebungen sollten daher vielfältige Hilfen für alle bereitstellen und Lernende befähigen, selbst zu erkennen, was sie benötigen. Friedo Scharf zeigt ergänzend, wie digital vernetzte Dokumentation Förderplanung näher an die tägliche Arbeit bringen kann, warnt aber ebenfalls davor, fachliche Entscheidungen ungeprüft an KI abzugeben.
Takeaways
- Inklusion bleibt ein fortlaufender pädagogischer Prozess; KI kann ihn unterstützen, aber nicht herstellen.
- Chancengerechtigkeit verlangt sowohl Zugang zu leistungsfähigen Systemen als auch KI-Kompetenz von Anfang an.
- Bias entsteht nicht nur bei der Nutzung, sondern bereits durch Auswahl, Repräsentation und Wertung der Trainingsdaten.
- Strukturhilfen und barrierearme Angebote sollten allen Lernenden offenstehen und mit Selbstreflexion verbunden werden.
- KI-Assistenten sind besonders sinnvoll, wenn sie Lernwege strukturieren und Fragen stellen, statt Lösungen vorzugeben.
- Lehrkräfte brauchen Fachwissen, um stereotype, oberflächliche oder unpassende Empfehlungen erkennen zu können.