FelloFish Forum

Bereits vergangen

Bernhard Gmeiner - KI in der Schule - Wenn Schulen sich auf den Weg machen

FelloFish Forum

Zusammenfassung

Bernhard Gmeiner beschreibt, wie seine Schule im 15. Wiener Gemeindebezirk den Umgang mit generativer KI seit der Veröffentlichung von ChatGPT systematisch entwickelt. Eine schulische Arbeitsgruppe aus interessierten Lehrkräften übernimmt internen Support, organisiert Fortbildungen und veröffentlicht kurze „Best Practice Breaks“ mit erprobten Unterrichtsideen. Hinzu kommen ein gemeinsam erarbeiteter Leitfaden für Lehrkräfte, Lernende und Eltern sowie der Versuch, datenschutzkonforme Werkzeuge und Pro-Lizenzen zu finanzieren. Gmeiner plädiert dafür, nicht nur Pionier:innen zu stärken, sondern die breite Mehrheit des Kollegiums einzubeziehen und auch skeptische Stimmen als Korrektiv ernst zu nehmen. Richtlinien, Toolauswahl und Unterrichtsentwicklung sollen dabei an Leitbild und Bedarf des einzelnen Schulstandorts anschließen.

Eine Befragung von 142 Oberstufenschüler:innen macht den Handlungsbedarf sichtbar: Mehr als zwei Drittel nutzen KI mindestens wöchentlich für schulische Aufgaben, während ein Drittel KI-Informationen selten oder nie durch eine zweite Quelle prüft. Vier von zehn gaben an, mehrfach im Monat eine Aufgabe vollständig mit KI erledigt zu haben, ohne dass dies aus ihrer Sicht aufgefallen sei. Als Reaktion erprobte Gmeiner mit einer neunten Klasse eine fünftägige KI-Arbeitswoche. Sie verband technische Grundlagen und praktische Werkzeugnutzung mit Deepfakes, beruflichen Veränderungen, emotionalen Beziehungen zu KI, Kunst, Urheberrecht und digitaler „Unsterblichkeit“. Die Rückmeldungen der Klasse führten zu weiteren Themenwünschen wie ökologischen Folgen, Robotik und algorithmischer Diskriminierung.

Takeaways

  • Eine feste Arbeitsgruppe kann Wissen bündeln, Support leisten und als Multiplikatorin im Kollegium wirken.
  • Ein schulischer KI-Leitfaden sollte Einsatzregeln, Transparenz, Quellenangaben, Datenschutz und Grenzen von Erkennungstools verständlich festhalten.
  • Regelmäßige Befragungen helfen, tatsächliche Nutzung, Risiken und Unterstützungsbedarf der Lernenden zu erfassen.
  • KI-Kompetenz lässt sich nicht auf Prompting reduzieren; technische, gesellschaftliche, ethische und kreative Perspektiven gehören zusammen.
  • Nachhaltige Schulentwicklung braucht Finanzierung, Fortbildung, Kommunikation mit Eltern und Lernenden sowie politischen Rückhalt.

Tags

  • #Schulentwicklung
  • #KI-Kompetenz
  • #Lehrkräfteprofessionalisierung