Bereits vergangen
KI im Lehrkräftealltag
Zusammenfassung
Susanne Jansen zeigt anhand ihres eigenen Unterrichts, wie KI Lehrkräfte bei Planung, Materialerstellung und Rückmeldung entlasten kann, ohne pädagogische Entscheidungen zu ersetzen. Sie unterscheidet drei Perspektiven: KI als Werkzeug der Lehrkraft, als Lernbegleitung für Schüler:innen und als Gegenstand beziehungsweise Methode des Unterrichts. Praktische Beispiele reichen vom Stoffverteilungsplan und kurzfristig erstellten Übungsmaterial über automatisch erzeugte Präsentationen bis zu Feedback auf Schülertexte. Für bessere Ergebnisse empfiehlt sie, Prompts schrittweise mit Rolle, Aufgabe und Ziel aufzubauen, klare Operatoren zu verwenden und Resultate gezielt nachzujustieren.
Zugleich macht der Vortrag deutlich, dass die technische Erleichterung neue pädagogische Fragen erzeugt. Schüler:innen nutzen KI bereits für Hausaufgaben, Referate und individuelle Unterstützung; Verbote allein lösen diese Realität nicht. Stattdessen müssen Aufgaben- und Prüfungskultur, Datenschutz, Chancengleichheit und kritische Prüfung von Ausgaben mitgedacht werden. Besonders wertvoll erlebt Jansen zeitnahes, strukturiertes Schreibfeedback, das mehr Lernenden Überarbeitung ermöglicht. Die Einordnung und Anpassung an Klasse, Lernziel und Lehrpersönlichkeit bleiben jedoch Aufgaben der Lehrkraft – ebenso wie die Beziehung, auf der erfolgreiches Lernen beruht.
Takeaways
- Gute Ergebnisse entstehen eher durch klare, schrittweise Prompts als durch unspezifische oder überladene Anweisungen.
- KI kann differenziertes Material und Feedback schneller verfügbar machen, muss aber fachlich geprüft werden.
- Schüler:innen brauchen Wissen über Funktionsweise, Grenzen, Datenschutz und ethische Folgen von KI.
- Hausaufgaben und Referate sollten KI-Nutzung transparent einbeziehen und stärker auf Reflexion sowie Gespräch setzen.
- KI kann Unterricht unterstützen, ersetzt aber weder pädagogisches Urteil noch die Beziehung zwischen Lehrkraft und Lernenden.