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Feedback im schülerzentrierten Unterricht - Mensch, Peer und/oder KI
Sebastian Schmidt, alias flippedmathe, formuliert in diesem Blogbeitrag eine Liebeserklärung an das Feedback-Geben. Er nimmt den Leser bzw. die Leserin mit auf eine ganz persönliche Reise in seinen Unterricht und berichtet von seinen Feedback-Methoden. Von der coachenden Lehrkraft über Schüler:innensprechstunden, Peer-Feedback bishin zu KI als Feedback-Tool. Aufgrund der authentischen Schilderungen bekommt man ein Gespür dafür, dass es vor allem zwei Dinge sind, die man für gelingenden Unterricht braucht: Eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Schüler:innen und viel Zeit für Feedback.
Mit Peer Feedback zu einer “neuen Normalität”
Der OECD Lernkompass 2030 verdeutlicht die Notwendigkeit, Schüler:innen stärker an schulische Prozesse und an ihrem Lernen zu beteiligen - ihnen Verantwortung für ihr Lernen zu übertragen. In einer Schule des 21. Jahrhunderts müssen Kinder und Jugendliche Handlungs- und Gestaltungskompetenz (Student Agency) ausüben können. Besonders gut gelingt dies in projekt- und handlungsorientierten Settings und auch beim Peer-Feedback. Die Rückmeldung von Gleichaltrigen ist ein kollaborativer und reflexiver Prozess, bei dem die Lernenden abwechselnd Feedback bekommen oder geben. Dies fördert die Selbstbestimmung der Schüler:innen und stärkt ihre Fähigkeit, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und ihr Lernen aktiv zu gestalten. Peer-Feedback ist ein Baustein hin zu einer neuen Lernkultur.
Feedback als Noten: Ein paar grundsätzliche Überlegungen
Noten werden gewisse Rückmeldefunktionen nachgesagt: Schüler:innen und Eltern bekommen mit der Note unter einer Klassenarbeit oder auf dem Zeugnis scheinbar präzise und objektiv gespiegelt, wie gut oder schlecht die Kinder in einer Unterrichtsreihe oder einem Fach abgeschnitten haben. Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass Schüler:innen in den seltensten Fällen von Noten profitieren und Noten allenfalls eine Scheinobjektivität vorgaukeln. Noten sind nicht lernförderlich. Feedback hingegen ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen sich zu verbessern. Feedback beendet das Lernen nicht - so wie Noten es tun - Feedback regt vielmehr zum Lernen an. Philippe Wampfler spricht sich für eine Schule ohne Noten und eine Schule mit möglichst viel Feedback aus.

Feedback – als Begriff oft verwendet, als Technik selten angewendet
Dennis Sawatzki macht in seinem Artikel auf Probleme des Feedback-Begriffes aufmerksam. Zu oft wird Feedback in der Schule alltagssprachlich mit Bewertung oder Kritik in einen Topf geworfen. Feedback ist eine bewertungsfreie Rückmeldung. Damit das gelingt, sind hohe kommunikative Kompetenz von den Lehrkräften erforderlich. Da sich eine Feedback-Kultur und Feedback-Kompetenzen nicht von selbst einstellen, sind Fortbildungen zum Thema Feedback für Lehrkräfte wünschenswert und notwendig.
Mit Fiete zur bayrischen Abschlussprüfung?
Eignet sich Fiete dafür, Schüler:innen auf die bayrischen Abschlussprüfungen vorzubereiten? Dieses Experiment wagt der Realschullehrer Kai Wörner. Er berichtet von drei lernförderlichen Einsatzszenarien von Fiete im Unterricht.

Formatives Assessment und KI
Die Lernwirksamkeit von formativem Assessment ist lange bekannt. Trotzdem fristet diese didaktische Wunderwaffe hierzulande noch immer ein Schattendasein. Das hat seinen Grund vor allem in der Dominanz seines mächtigen Gegenbegriffs, des summativen Assessments, das so allgegenwärtig ist und unsere Vorstellung von Schule so maßgeblich prägt, dass kaum Platz für formatives Assessment bleibt. Neuerdings erhält die Diskussion durch die Einsatzmöglichkeiten von KI in der Schule neuen Aufwind, verheißen doch maschinelle Anwendungen nicht nur passgenaue Lernhinweise, sondern auch Arbeitserleichterungen für Lehrkräfte.